Auch wenn das Buch „Freie Netze. Freies Wissen“ gut ein Jahr nach Erscheinen damit schon wieder fast ein alter Hut ist, so ist das zentrale Thema des Buches nach wie vor brandaktuell: freier und offener Zugang zu Wissen. Gerade für eine Stadt wie Linz, mit noch überschaubaren Größen (BewohnerInnen, Stadtgröße, Institutionen, …), aber vielen Möglichkeiten. Was notwenig ist, ist koordiniertes, zielgerichtetes Vorgehen.
Wenn der Satz „Bildung ist Zukunft“ nicht eine leere Worthülse bleiben soll, muss es auch auf kommunaler Ebene Initiativen geben, um möglichst viele Menschen an Bildung und Wissen teilhaben uns lassen. In Linz gibt es dafür jede Menge gute Voraussetzungen: AEC, Wissensturm, Hotspots, …. – aber das reicht nicht.
Es muss eine Stelle geben – in Linz am besten den Wissensturm – von dem aus die Aktivitäten koordiniert und weiterentwickelt werden. Eigentlich sollte es so etwas geben wie eine kommunale Leitlinie für Freies Wissen und allem was dazugehört. So wie sich Linz als Soziale Stadt und als Stadt der Arbeit und Kultur definiert, sollte es analog das Prinzip „Stadt des freien Wissens“ geben – auch wenn das erst ein eingeschlagener Weg ist, auf dem noch ein ganzes Stück zu gehen sein wird. Vielleicht wäre die 9,5 Thesen für eine Technologie-Politik, die das Yale-Information-Society-Project formuliert hat dafür auch auf kommunaler Ebene adaptierbar.
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Schon im Mittelalter galt die Stadt als Garant für ein Leben, frei von der Fremdbestimmung durch den Gutsherrn. Wer in der Stadt lebte, konnte sich größerer persönlicher Freiheit sicher sein. „Stadtluft macht frei“ kann man auch heute im Sinne von größtmöglicher persönlicher Freiheit auslegen: in einer Stadt finden die Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten und weniger Beschränkungen.
Diese Freiheiten gilt es auch zu schützen. Denn in den letzten Jahren sind ständig Freiheitsbeschränker zur Stelle, die den Menschen mehr Sicherheit im Austausch für ein kleines Stückchen Freiheit geben wollen. Videoüberwachung überall, restriktive Sperrstundenregelungen, Handy-Ortung, Alkoholverbote, Pfeifgeräusche gegen Jugendliche, … überall will man den Menschen vorschreiben, wo sie sein dürfen und wo nicht, wie sie sich verhalten müssen.
Dass dabei stillschweigend eine Umkehrung eines wesentlichen Grundsatzes moderner Demokratien umgekehrt wird, ist bedenklich. Die Unschuldvermutung wird umgekehrt, wer nichts zu verbergen habe, könne doch nichts gegen derlei Maßnahmen haben, wird argumentiert. Alle werden überwacht, weil sich eine verschwindende Minderheit nicht an Gesetze hält. Alle Bars sollen um 2 Uhr schließen, weil vielleicht Einzelne zu später Stunde randalieren. Alle Ausländer sollen (laut Linzer ÖVP) einen Integrationsvertrag unterschreiben, weil es radikale Tendenzen geben könnte.
Zurück zur Stadt: Eine Stadt muss Möglichkeiten schaffen, nicht diese einschränken. Die bestehenden Gesetze gelten ohnehin. In ihrem Rahmen muss es für die Menschen möglich sein, frei zu entscheiden. Wo, wenn nicht in den Städten, muss es leuchtende Beispiel geben für echten Einsatz für die persönlichen Freiheiten der Menschen.
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OK, nach EinwohnerInnen wäre es Graz. Aber wie es dem Grundsatz dieses Blogs entspricht kann es ja wohl nicht nur nach EinwohnerInnenzahlen gehen. Und warum es Graz nicht ist, kann man gerade auch zum Beispiel im Falter lesen. Dort wurden im Falter 1-2/08 zwei Seiten „Der Stadt ohne Plan“ gewidmet.
Der Artikel spart nicht mit Kritik: über die (zu) wenigen stadteigenen Wohnungen, die fehlende Bereitschaft schwache Viertel aufzupäppeln, die zögerlichen Integrationsbemühungen, den Lärm, den Feinstaub, den Dreck – aber vor allem über die Stadtplanung. Als „cowboystadt“ bezeichnet gar die Berliner Planungshistorikerin und Denkmalschützerin Simone Hain die ihrer Meinung nach verfehlte bis gar nicht vorhandene Stadtplanung.
Wie viele Städte kämpft auch Graz damit, dass Menschen in den Speckgürtel rund um die Stadt ziehen. Das bringt vor allem beim Verkehr Probleme. Sowohl der Öffentliche wie auch der Individualverkehr werden dadurch zusätzlich gefordert und vielfach überfordert.
Vielleicht hat man in Graz zu sehr auf Private Initiativen gesetzt und von Seiten der öffentlichen Hand zu wenig beigetragen. Stadtplanung braucht klare Regeln und Richtlinien was geht und was nicht geht, und was Mindestqualität ist. Gerade die öffentliche Hand und die Politik müssen den Überblick über die Entwicklung einer Stadt haben – das Gemeinwohl im Auge behalten. Dann geht Stadterweiterung und Umnutzung auch Hand in Hand mit der Errichtung von sozialer Infrastruktur und öffentlichem Verkehr.
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In einer leichten Abwandlung des berühmten Satzes möchte ich (ohne unhöflich zu sein) darauf hinweisen, dass es sich beim second-city-blog hier nicht um die gleichnamige comedy-Truppe handelt. „The Second City“ aus Chicago ist ein Theater, aus dem einige berühmte Comedians hervorgegangen sind. Wer davon mehr wissen will, ist hier richtig: http://www.secondcity.com/
Wie das Theater zum Namen „second city“ kam
Der Name des Theaters entstammt allerdings der selben Idee: Es wurde nach einem Artikel von A.J. Liebling benannt, der 1952 im New Yorker erschienen ist. Darin bezeichnete Liebling Chicago als die „second city“, nach der „first city“ New York. Seine Kolumnen über die Chicagoer Salons, Zeitungen, Restaurants und Politik brachten ihm viel Kritik ein. Liebling, einer der bekanntesten Journalisten seiner Zeit, lebte ein Jahr in Chicago und zeichnete ein kritisches, aber liebevolles Bild der Stadt. Übrigens wurde das Buch in der University of Nebraska Press als Taschenbuch im Jahr 2004 wieder aufgelegt: „Chicago: The Second City“
Der Größe nach zählt der Ballungsraum Chicago übrigens zu den größten der Welt (Rang 29 in der Liste der weltgrößten Städte). In den Vereinigten Staaten von Amerika ist Chicago die drittgrößte Stadt (nach New York und Los Angeles).
Chicago ist also – rein grössenmässig – nicht „second city“. Ganz in meiner Interpretationsart: es kommt nicht nur auf die Größe an: Kreativität, Innovation, Kultur, Architektur, … das macht Städte spannend.
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Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) bietet die Basis für ein breites Angebot an Leistungen für Bürger und ist ein Wachstumsmotor für die Volkswirtschaft. Auch die europäische Kommission hat das inzwischen als wichtiges Ziel formuliert und gilt als key element der Lissabon-Stragegie.
„That’s why europe wants to be ahead in ICTs“
Die Luxemburgische EU-Kommissarin hat ein unterhaltsames Filmchen auf die EU-Homepage zu dem Thema ICT’s gestellt. Wer in rund 4 Minuten die Ziele für die „digital revolution“ sehen will:
http://ec.europa.eu/dgs/information_society/see_more/vb/index_en.htm?#i2010
Die Erkenntnis ist gut. Denn die neuen Technologien können den Menschen mehr Freiheit bringen. Und hier haben auch die Städte neue Aufgaben zu erfüllen: sie müssen dafür sorgen, dass die nötige Infrastruktur zur Verfügung steht – und zwar möglichst allen Menschen.
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Europas mittelgroße Städte wurden von einem Wissenschafterteam einem Test unterzogen und bewertet. Wirtschaft, Mobilität, Lebensumfeld, Menschen, Umwelt und politsches Umfeld (governance) wurden bewertet.
Die österreichischen Städte schnitten in diesem Vergleich alle sehr gut ab. Besonders für Linz viel das Ranking außerordentlich erfreulich aus. Aus 256 „Kandidaten“ wurden 70 für die Studie ausgewählt. Von diesen 70 untersuchten Städten brachte es Linz auf den feinen Rang 9. Linz liegt damit knapp vor Salzburg (Rang 10), Innsbruck (Rang 12) und Graz (Rang 13). Die Studie versteht sich als Hinweis darauf „an welchen Rädern Politiker, Verwaltungen und Bewohner drehen müssen, um die Smartness ihrer Stadt zu erhöhen und sie besser zu positionieren“ wie die Wissenschafter der TU Wien, die in Zusammenarbeit mit der Universität Ljubljana und der TU Delft, die Studie erarbeitet haben, betonen.
Interessant ist die Studie auch deshalb, weil sie Stärken und Schwächen abseits von rein ökonomischen Kriterien aufzeigt. So ist Linz bei der Wirtschaft z.B. stark in „economic image & trademarks“, aber schwach bei „embeddedness“, hat bei der politischen Führung hohe Transparenz, aber bei „smart mobility“ laut der Studie z.B. zuwenig Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT).
http://www.smart-cities.eu/
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SecondCity ist ein Blog über die Stadt im Allgemeinen und Linz im Speziellen: Über Entwicklungen, Möglichkeiten über neue Ideen.
Jedes Land hat eine Hauptstadt, eine FirstCity. Oft gibt es aber eine andere Stadt, die überrascht, die neue Impulse bringt, die sich in bestimmten Bereichen positiv weiterentwickelt.
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